Denken wie wie Filmemacher:innen

Mit vertrauten Grundlagen wie Licht, Komposition und Timing fällt der Schritt von Foto zu Video leichter, als ihr vielleicht denkt.
Für viele Fotograf:innen mag der Einstieg in die Welt der Videografie unvermeidlich oder Teil einer natürlichen Entwicklung sein. Ihr habt schließlich bereits dieses unglaubliche Kamerasystem zur Verfügung, und es kann wunderschöne Fotos machen … Was kann es sonst noch?
Der Umstieg kann auch ein ziemlich entmutigender Prozess sein, sodass man manchmal das Gefühl hat, quasi bei Null anzufangen. Das stimmt aber gar nicht. Die grundlegenden Instinkte, die wir durch die Fotografie entwickelt haben, gelten alle noch – Licht, Bildausschnitt, Timing, Emotionen. Fotografie fängt einen entscheidenden Moment ein. Video ist ein Format, das diesen einen Moment durch Zeit und Abfolge mit Leben erfüllt. Ihr werdet lernen, das Filmen als Weiterentwicklung eurer Fotografie zu betrachten und nicht als völligen Neuanfang.
Das steckt in unserer Kameratasche
Die größte Veränderung: in Zeitabschnitten denken, nicht in einzelnen Momenten
In der Fotografie können unsere Aufnahmen oft eine ganze Geschichte (vielleicht sogar mehrere Geschichten) in einem Einzelbild erzählen. Wir wissen, wie wirkungsvoll dieses Medium sein kann. Bei Videoaufnahmen entfalten sich die Bedeutung und die Geschichte erst im Laufe der Zeit. Ein Clip, der in einem Video für sich steht, könnte eine Geschichte erzählen, doch die volle Bedeutung ergibt sich meist erst im Verlauf einer Aneinanderreihung von Clips. Jeder einzelne hängt davon ab, was davor und danach kommt.
Wenn man ein Video aufnimmt, möchte man zwar, dass jedes einzelne Bild für sich genommen überzeugt, aber man sollte auch darauf achten, wie es sich in die Zeitachse einfügt: Was passiert davor? Was als Nächstes? Wie sieht der Gesamtzusammenhang aus?
Ein lange statisch gehaltener Clip funktioniert vielleicht oder vielleicht auch nicht. Ein sich bewegendes Motiv verändert die Art und Weise, wie wir das Bild wahrnehmen. Vorfreude und Höhepunkt sind nun Teil deiner Komposition.
Wie sich Kameraeinstellungen bei Bewegung verhalten
Mittlerweile sind eure Kamera und die Objektive eurer Wahl vertraute Werkzeuge. Wenn wir uns in die Welt der Videos begeben, machen wir uns lediglich mit einigen neuen Regeln vertraut und versuchen, unser fotografisches Wissen auf die Logik von Videoaufnahmen zu übertragen. Vor diesem Hintergrund wollen wir uns nun Folgendes ansehen.
Bildrate
„Bilder pro Sekunde“ (fps) ist ein neues Konzept, wenn ihr aus der Welt der Fotografie kommt. Im Grunde sorgt eine niedrigere Bildrate von 24 oder 25 Bildern pro Sekunde für eine filmischere Atmosphäre. Wenn wir mit einer höheren Bildrate aufnehmen, könnte es sich etwas zu „hyperrealistisch“ anfühlen, da kaum oder gar keine Bewegungsunschärfe auftritt. Höhere Bildraten erweisen sich aber insbesondere bei Zeitlupenaufnahmen als sehr nützlich.
Mehr lesen: So entscheidet ihr euch für eine Bildrate
Belichtungszeit
In der Fotografie kann die Verschlusszeit Bewegungen einfrieren oder sichtbar machen. Bei Videoaufnahmen hat die Verschlusszeit eine andere Funktion. Sie bestimmt nun, wie sich die Bewegung anfühlt, wenn wir uns das Filmmaterial ansehen. Durch natürliche Bewegungsunschärfe entsteht eine „filmischere“ Bewegung. Verwendet dazu einfach eine Verschlusszeit, die doppelt so lang ist wie eure Bildrate. In der Welt der Kinofilme ist es üblich, mit 25 Bildern pro Sekunde und einer Verschlusszeit von 1/50 zu filmen. So wird jene natürliche Bewegungsunschärfe erzeugt, die dem Bild von Bewegung, wie wir es aus dem realen Leben gewohnt sind, am nächsten kommt. Wenn ihr jedoch eine andere Bildrate verwendet, verdoppelt diese einfach, um die ideale Verschlusszeit zu erhalten. Die Bewegung wird sich flüssig, bewusst und vertraut anfühlen.
Mehr lesen: Was ist die Belichtungszeit?
ISO und Blende
Die Prinzipien für ISO und Blende gelten sowohl für die Fotografie als auch für die Videografie. Man sollte dabei vor allem beachten, dass man bei Videos während des Clips viel weniger Flexibilität hat.
Nehmen wir einmal an, ihr haltet ein wunderschönes norwegisches Fischerdorf fotografisch fest. Es gibt Innen- und Außenaufnahmen, sodass die Beleuchtung mal stark, mal schwach und mal fast gar nicht vorhanden sein kann. Während ihr fotografiert, könnt ihr ISO-Wert und Blende zwischen den einzelnen Aufnahmen ganz einfach anpassen und so stets den Umgebungsbedingungen gerecht werden.
Bei Videoaufnahmen sollte man währenddessen nicht unbedingt mit der ISO-Empfindlichkeit oder der Blende experimentieren. Das Publikum würde Unterschiede im Bild bemerken, und das kann ziemlich störend wirken und sie aus dem Moment reißen. Unter Berücksichtigung dessen müsst ihr viel mehr planen, bevor ihr auf „Aufnahme“ drückt.
Mehr lesen: Was ist ISO?
Ein Clip reicht nicht mehr aus
Ein Video entsteht durch die Verknüpfung mehrerer Clips. Kehren wir noch einmal zu der Szene im norwegischen Dorf zurück. Wir wollen zeigen, wo wir sind, darlegen, was geschieht, und offenbaren, warum dies von Bedeutung ist. Anstatt also als Fotograf:in nach dem einen perfekten Bild zu suchen, sammelt ihr nun verschiedene Einzelteile, die erst dann einen Sinn ergeben, wenn ihr sie zu einem Ganzen zusammenfügt.
Es kann hilfreich sein, sich die Logik hinter Weitwinkel-, Mittelnah- und Nahaufnahmen vor Augen zu führen. Die Weitwinkelaufnahme kann den Ort einfangen, zum Beispiel eine malerische Stadt, eingebettet zwischen majestätischen, schneebedeckten Bergen und eisblauem Wasser. Ein mittlerer Bildausschnitt zeigt einige Rorbuer (die typischen rot-weißen Fischerhütten), die entlang der Küste verstreut liegen. Die Nahaufnahme zeigt einen Vogel, der auf Felsen sitzt.
Weit, mittel, nah – das sind Kontext, Handlung und Detail. Zusammen sorgen diese Dinge für Klarheit.
Top-Tipp: Die Verwendung eines Suchers beim Filmen ist nicht ideal – vermutlich werdet ihr die Kamera lieber etwas vom Körper entfernt vor euch halten wollen. Das bedeutet, dass ihr ein gutes rückseitiges Display braucht. Eines der Highlights der Nikon ZR ist ihr heller, schwenkbarer 4-Zoll-Touchscreen, der die Bildkomposition und die Wiedergabe von Videosequenzen erheblich vereinfacht, ohne dass externe Monitore erforderlich sind.
Den Schnitt im Hinterkopf behalten
Wenn wir Videos aufnehmen, wollen wir dabei bewusst vorgehen. Wenn ihr schon im Vorfeld an den Schnitt denkt, erspart ihr euch später viel Ärger. Ihr solltet eine Liste haben, die ihr abhaken könnt – eben diese Weitwinkel-, Mittel- und Nahaufnahmen. Wenn ihr mehr aufnehmt, als auf eurer Liste steht, ist das in Ordnung. Wenn ihr mehr Filmmaterial aufnehmt, verschafft ihr euch damit einfach mehr Möglichkeiten bei der Bearbeitung.
Schon während der Aufnahme könnt ihr im Kopf mit dem Schnitt beginnen. Warum nehme ich das auf? Inwiefern steht dieser Clip im Zusammenhang mit den anderen? Wo auf meiner Zeitleiste befindet er sich?
Warum sich die Nikon ZR für Fotograf:innen wie ein logischer nächster Schritt anfühlt
Wenn ihr aus der Fotografie in die Welt der Videoaufnahmen einsteigt, dann fühlt sich die Nikon ZR vertraut an, obwohl sie von Grund auf für Video entwickelt wurde.
Dank des Vollformatsensors mit 24,5 Megapixeln und des Nikon-Z-Bajonetts könnt ihr die Objektive verwenden, die ihr bereits kennt. Die ZR kombiniert interne RAW-Aufnahmen mit bis zu 6K/60p und einen hellen, schwenkbaren 4-Zoll-Touchscreen, der das Einstellen des Bildausschnitts und die Wiedergabe von Videosequenzen ohne externe Monitore erleichtert. Außerdem bietet die Kamera die kinoreife RED-Farbtechnologie und Voreinstellungen, einen intuitiven Autofokus, kamerainterne Zeitlupenaufnahmen sowie leistungsstarke Audiofunktionen. All dies erhaltet ihr in einem leichten Gehäuse, das dazu einlädt, Bildsequenzen und Bewegung als Erweiterung der Fotografie zu erkunden – und nicht als Abkehr davon.
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