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Wie großartige Videos von Nordlichtern gelingen

Göran Strand6 Minuten Lesezeit25 März 2026Landschaft und Umwelt
Nikon Magazine - Göran Strand

Der Astrofotograf, Aurora-Spezialist und Nikon-Creator Göran Strand erklärt, wie man sich für dieses fantastische Lichtspektakel optimal vorbereitet

Das Nordlicht, auch Aurora Borealis genannt, ist eines der magischsten Naturphänomene und lässt sich heute einfacher denn je auf dem Bildschirm festhalten. Da die Sonnenaktivität im Rahmen des 11-jährigen Sonnenzyklus 2025–2026 ihren Höhepunkt erreicht, ist die Aurora oft in ganz Europa zu sehen – sogar so weit südlich wie in Italien und Griechenland.

Das Nikon Magazin traf sich mit dem Aurora-Spezialisten und führenden Astrofotografen Göran Strand in Schweden, um darüber zu sprechen, wie man beeindruckende Videos der am Himmel tanzenden Lichter erstellen kann.

Nachdem er einige Testaufnahmen gemacht hat, wählt Göran Strand im Menü das gewünschte Intervall aus, © Göran Strand

Nikon Magazin: Zunächst einmal, Göran, erzähl uns doch etwas über deine Ausrüstung und was für Aurora-Aufnahmen du empfehlen würdest.

Göran Strand: Nun, ich habe eine Nikon Z6III, die als Kamera eine fantastische Allrounderin ist. Bei Objektiven empfehle ich, das lichtstärkste Objektiv zu verwenden, das ihr habt. Ich nutze hauptsächlich das NIKKOR Z 20mm f/1.8 S und habe auch schon das NIKKOR Z 35mm f/1.2 S verwendet – ein extrem gutes Objektiv. Grundsätzlich solltet ihr jedoch für Echtzeitaufnahmen das schnellste Objektiv wählen, das ihr euch leisten könnt. Für Zeitraffer kann man mit einem weniger lichtstarken Objektiv, beispielsweise einem f/2.8, auskommen, da es auf einem Stativ mit längerer Verschlusszeit verwendet wird.

Ist es besser, in Zeitraffer oder Echtzeit aufzunehmen?

Das hängt von der Aktivität ab. Einige Polarlichter sind sehr hell und aktiv und bewegen sich ziemlich schnell. Dann möchtet ihr diese in Echtzeit erfassen. Manchmal ist das Licht jedoch recht stabil, bewegt sich kaum und nimmt auch nicht an Intensität zu. In diesem Fall wäre Zeitraffer besser geeignet.

Wie würden die Einstellungen für Zeitrafferaufnahmen aussehen?

Alles ist vollständig manuell. Normalerweise mache ich zuerst ein paar Testaufnahmen, um die richtige Belichtung zu finden. Nehmen wir eine Verschlusszeit von vier Sekunden bei ISO 3200. Richtet dann im Menü die Intervallaufnahmen ein. Bei einer Belichtungszeit von vier Sekunden stelle ich das Intervall auf sechs Sekunden ein, damit die Kamera Zeit hat, jedes Bild zu speichern. Dann setze ich die Anzahl der Frames auf Maximum und lasse alles einfach so lange laufen wie nötig. Das hängt jedoch davon ab, wie aktiv die Aurora ist. Wenn sie wirklich aktiv wird, werde ich vielleicht auf eine Belichtungszeit von einer Sekunde heruntergehen, um die Bewegungsunschärfe zu reduzieren.

Nikon Magazine - Göran Strand
Nikon Magazine - Göran Strand
Göran Strand richtet seine Nikon Z6III ein, © Göran Strand

Macht die sich ständig verändernde Aurora eine gleichbleibende Belichtung schwierig?

Ja. Denn wenn man anfängt, kann das Nordlicht zunächst recht schwach und stabil sein. Aber 15 Minuten später kann es plötzlich sehr aktiv und sehr hell werden, sodass alles überbelichtet wird. Man muss also auf wechselnde Lichtverhältnisse achten. Wenn diese sich ändern, solltet ihr noch ein paar Testaufnahmen machen, um sicherzustellen, dass eure Belichtung korrekt ist.

Gibt es noch andere wichtige Menüeinstellungen, auf die man achten muss?

Stellt sicher, dass die Rauschunterdrückung bei Langzeitbelichtung deaktiviert ist. Wenn ihr beispielsweise eine Belichtungszeit von zehn Sekunden wählt, nimmt die Kamera anschließend eine zehnsekündige Schwarzbelichtung auf, um das Rauschen zu reduzieren. Das solltet ihr ausschalten, sonst verliert ihr die Hälfte eurer Zeit unter den Sternen!

Wie sieht es mit der Geschwindigkeit des endgültigen Videos aus? Wie trifft man diese kreative Entscheidung?

Ich würde sagen, dass langsamer oft besser ist. Denn wenn es zu schnell geht, kann es schwierig sein, sich darauf einzustellen. Doch manchmal kann es ganz gut sein, die Geschwindigkeit zu erhöhen, weil man so die Bewegung der Sterne einfangen und eine weitere Dynamik hinzufügen kann: nämlich wenn man eine trübe Nordlichterscheinung hat, die sich kaum bewegt – wie ein konstanter Bogen am Himmel.

Wie sieht es mit den Einstellungen für Echtzeitvideos aus, wenn eine besonders aktive Aurora zu sehen ist?

Hier nehme ich oft eine Verschlusszeit von 1/25, Offenblende und einen hohen ISO-Wert. Bei modernen Kameras muss man keine Angst vor hohen ISO-Werten haben, und die Nikon Z6III ist die beste Kamera, die ich je verwendet habe. Aufnahmen mit hoher ISO-Empfindlichkeit liefern heute tatsächlich ein sehr klares Bild, und ich verwende normalerweise eine Einstellung von 51.200. Wenn es heller wird, reduziere ich den ISO-Wert, behalte aber Blende und Verschlusszeit bei.

Mit einer Verschlusszeit von 1/125 Sekunde, großer Blende und hoher ISO-Empfindlichkeit fängt Göran Strand die Nordlichter ein, die über den Himmel tanzen © Göran Strand

In euren Bildern spielt oft auch die Komposition eine wichtige Rolle – nicht nur der Himmel allein. Wie wichtig ist das?

Nun, man kann sowohl den Vordergrund als auch den Hintergrund beeinflussen, aber nicht die Nordlichter! Ein guter Tipp ist also, tagsüber hinauszugehen und einen Ort zu suchen, an dem es einen interessanten Bildausschnitt oder einen faszinierenden Vordergrund gibt, der das Bild perfekt macht. Denn man weiß nie, was am Himmel passieren wird und wo. Vielleicht bekommt man in sieben von zehn Fällen nicht das ideale Filmmaterial, aber in drei Fällen schon. Manchmal sind die Lichter auch direkt über einem, und man kann nichts dagegen tun.

Ist diese Unvorhersehbarkeit eines der Dinge, die dir gefallen, oder ist sie eher frustrierend?

Ich würde sagen, beides! Man kann eine ganze Nacht draußen verbringen und mit leeren Händen zurückkommen. Aber ich fotografiere seit 20 Jahren Nordlichter und werde nie müde davon, obwohl man nie weiß, was man zu sehen bekommt.

Göran Strand erklärt, dass es hilfreich ist, sich mit den Einstellungen der Kamera vertraut zu machen, um sich bei der Arbeit im Dunkeln besser in den Menüs zurechtzufinden © Göran Strand

Görans beste Tipps für Einsteiger:innen

  • Übt das Einrichten eurer Kamera, bevor ihr loszieht
    „Leute, die zum ersten Mal im Dunkeln unterwegs sind, finden die Tasten an der Kamera oft nur schwer – das ist ein häufig auftretendes Problem. Am besten übt ihr viel mit eurer Kamera. Stellt sie ein, ändert den Fokus, lernt eure Kamera in- und auswendig kennen. Und dann übt mit Handschuhen! Andernfalls findet ihr euch in Kälte und Dunkelheit voller Frust wieder, weil sich die Einstellungen schlecht ändern lassen – und weder das eine noch das andere sorgt für gute Clips.“

  • ISO bis zum Maximum ausreizen
    „Die Bildqualität bei hohen ISO-Werten ist bei Kameras mittlerweile so gut, dass ihr ruhig die extremsten Werte ausprobieren und checken könnt, ob euch das Ergebnis gefällt – insbesondere bei Echtzeitaufnahmen. Dann könnt ihr den Wert immer noch ein wenig zurückschrauben. Ihr müsst nicht auf die Nordlichter warten – ihr könnt das einfach draußen in eurem Garten im Dunkeln machen.“

  • Priorisiert die Blende gegenüber der Brennweite
    „Insbesondere für Echtzeitvideos ist eine Blende von f/1.8 wahrscheinlich das Minimum. Aber das muss nicht viel kosten. Das NIKKOR Z 50mm f/1.4 ist super gut. Natürlich sind die Nordlichter so groß, dass ein Weitwinkelobjektiv ideal ist. Aber mit einem 50-mm-Objektiv kann man immer interessante Teile des Schauspiels finden, auf die man sich konzentrieren kann.“

  • Seht euch weiter um
    „Wenn ihr Lichter am Horizont seht, lohnt es sich immer, sich umzusehen. Ich habe schon viele Workshops besucht, in denen die Leute sehr zufrieden mit dem waren, was vor ihnen geschah – aber nicht bemerkten, dass sich direkt über ihnen eine riesige Corona befand!“

  • Verwendet euer Handy, um Polarlicht-Aktivitäten vorherzusagen und zu bestätigen
    „Es gibt Apps für Smartphones, die euch benachrichtigen, wenn in eurer Region möglicherweise Polarlichter zu sehen sind. Das kann sehr nützlich sein. Außerdem kann die Aurora mit bloßem Auge nur schwach zu erkennen sein, da man nachts nicht besonders gut sieht. Um dies zu überprüfen, könnt ihr einfach euer Smartphone in Richtung Himmel halten, um zu sehen, ob die Lichter aktiv sind. Dann könnt ihr eure Kamera holen und die Show fotografieren und genießen.“

Weitere Informationen zum Fotografieren von Polarlichtern findet ihr hier.

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