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Herbstlandschaften fotografieren – ein Leitfaden für Einsteiger:innen

Nigel Danson6 Minuten Lesezeit01 Okt. 2026Landschaft und Umwelt
Nigel Danson assets for Nikon magazine

Möchtet ihr Herbstlandschaften in ihrer ganzen Farbenpracht und mit all ihren Facetten fotografieren? Befolgt einfach diese zehn Top-Tipps von Nikon-Ambassador Nigel Danson …

Herbst. Gibt es eine bessere Jahreszeit, um mit der Kamera nach draußen zu gehen? Die Bäume sind im Wandel, ihre Blätter werden bunt und nehmen leuchtende Bernstein-, Gold- und Purpurtöne an. Frühe Sonnenuntergänge tauchen die Landschaft in warmes Licht. Morgennebel zieht durch Täler und Wälder, Tau funkelt wie Diamanten auf dem Laub. Ob Waldlichtungen oder von Flüssen geformte Täler, Bergpanorama oder nebliges Moor: Nikon-Ambassador Nigel Danson verrät seine zehn besten Tipps, um Herbstlandschaften von ihrer schönsten Seite einzufangen. Also: Geht raus, bevor die leuchtenden Herbstfarben vom Winterwind weggeweht werden!

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Wenn sich das Wetter ändert, bieten sich umso mehr Gelegenheiten, stimmungsvolle Herbstbilder einzufangen. Nikon Z 7 + NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 39 mm, 10 s, f/9 und ISO 64, © Nigel Danson

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1. Das Beste aus wechselhaftem Wetter machen

Ein strahlend blauer Himmel scheint auf den ersten Blick die perfekte Wahl zu sein. Oft stelle ich jedoch fest, dass gerade scheinbar ungünstige Wetterbedingungen, also Wolken, Dunst und Nebel, für mehr Stimmung sorgen – und darum wiederum die besten Bilder abgeben. Wenn das Laub im Wald vom Regen nass ist, wirkt es deutlich lebendiger. Fotografiert immer mit Gegenlichtblende, damit keine Wassertropfen auf die Linse gelangen. So bleibt sie auch viel leichter sauber.

Nigel bezeichnet seine Nikon Z 8 als sein „Arbeitstier“. Für Landschaftsaufnahmen kombiniert er sie besonders gern mit dem NIKKOR Z 24-120mm f/4 S.

2. Die richtige Ausrüstung für maximale Flexibilität

Mein NIKKOR Z 24-120mm f/4 S ist mein Lieblingsobjektiv für Herbstaufnahmen im Wald. Sein vielseitiger Brennweitenbereich bietet mir reichlich Flexibilität. Doch für den Einstieg ist auch das NIKKOR Z 24-200mm f/4-6.3 VR eine hervorragende Wahl. Meine Nikon Z 8 ist mein Arbeitstier. Ich liebe aber auch die Nikon Z 7II, die Z f und die Z6III. Wegen ihres extrem geringen Rauschens eignet sich gerade die Z6III besonders gut für die Waldfotografie.

Verwendet den Weißabgleich „Bewölkter Himmel“, um eure Bilder kohärent zu halten, und nehmt für mehr Flexibilität bei der Nachbearbeitung im RAW-Format auf. Nikon Z 7 + NIKKOR Z 14-30mm f/4 S, 14 mm, 1/80 s, f/7.1 und ISO 64 © Nigel Danson

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3. „Bewölkter Himmel“ für Kohärenz

Ich stelle meinen Weißabgleich bei allen Fotos auf „Bewölkter Himmel“. So habe ich stets dieselben Einstellungen – und kann sie später jederzeit ändern, wenn ich im RAW- statt im JPEG-Format fotografiere.

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Haltet den ISO-Wert niedrig für mehr Details, mehr Dynamikumfang und weniger Rauschen. Links: Nikon Z 7II + NIKKOR Z 24-200mm f/4-6.3 VR, 135 mm, 1/250 s, f/6.3, ISO 160. Rechts: Nikon Z 7II + NIKKOR Z 24-120mm f/4 S, 24 mm, 1/3 s, f/11, ISO 400 © Nigel Danson
4. Niedriger ISO-Wert für rauscharme Bilder

Ermittelt die niedrigste ISO-Empfindlichkeit der Kamera und fotografiert mit dieser Einstellung. Ihr erhaltet einen besseren Dynamikumfang – also eine größere Bandbreite an Farbtönen von hell bis dunkel – in einem einzigen Bild. Eure Fotos weisen zudem weniger Bildrauschen auf. Je mehr Rauschen vorhanden ist, desto körniger wirken eure Fotos.

Gut zu wissen: Die Nikon-Modelle Z f, Z 30, Z50II, Z5II, Z5IIC und Z6III verfügen über eine Basis-ISO-Empfindlichkeit von 100. Die Nikon Z 7II, Z 8 und die Z 9 haben eine Basis-ISO-Empfindlichkeit von 64.

5. Mit bewährten Einstellungen starten

Sucht euch einen markanten Baum und wählt euren Bildausschnitt. Stellt dann die Blende auf f/10 und den ISO-Wert auf den Basiswert (100 oder 64) und konzentriert euch auf die Verschlusszeit. Ihr könnt sie manuell einstellen und dabei das Histogramm im Auge behalten. Oder ihr wechselt zur Zeitautomatik und lasst die Kamera die Verschlusszeit berechnen. Zum Fokussieren verwende ich AF-S statt AF-C. Wenn die Funktion „Motivauswahl & Auslösung“ bzw. Touch-AF aktiviert ist, tippe ich einfach auf den Bildschirm – die Kamera fokussiert und nimmt dann das Bild auf. Ganz einfach.

Seht Herbstlandschaften aus einer neuen Perspektive, indem ihr eure Kamera mit einem Stativ näher am Boden positioniert. Denkt auch daran, dass der Himmel nicht in jeder Landschaft zu sehen sein muss. Nikon Z 7 + NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24 mm, 1/30 s, f/9, ISO 320 © Nigel Danson

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6. Verwacklungen vermeiden mit einem Stativ

Wenn es dunkler wird, braucht ihr längere Verschlusszeiten – und ein Stativ für die nötige Stabilität. Außerdem könnt ihr euch damit mehr Zeit nehmen und euren Bildausschnitt bewusster wählen. Probiert auch eine tiefere Kameraposition aus, denn ein Wechsel des Blickwinkels kann den gesamten Eindruck des Waldes völlig verändern.

7. Weniger Gesamtszene, mehr Details

Bei Landschaftsfotos neigt man oft dazu, von allem etwas mit einzubeziehen: Himmel, Gras und Bäume. Manchmal ist es jedoch am besten, es per Ausschnitt zu vereinfachen und zielgerichteter vorzugehen. Vergesst die kleinen Dinge nicht: Seerosen in einem Teich, bunte Blätter, Wassertropfen oder Laub auf dem Boden. Nicht jedes Foto muss den Himmel zeigen.

Verwendet einen Polarisationsfilter, um Blendeffekte und Reflexionen zu reduzieren und die satten Herbstfarben besser zur Geltung zu bringen. Nikon Z 7 + NIKKOR Z 14-30mm f/4 S, 16 mm, 1/400 s, f/16, ISO 640 © Nigel Danson

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8. Blendeffekte reduzieren und Farben verstärken

Ein Polarisationsfilter verleiht den Farben mehr Farbsättigung. Das funktioniert besonders gut, wenn das Laub nass ist, weil er die Reflexion der Blätter reduziert. Er ist aber nicht immer nötig. Experimentiert einfach und seht, wie er die Optik und Wirkung eines Fotos verändert.

Ob reißende Flüsse oder fallende Blätter: Haltet die Bewegung des Herbstes mit längeren Verschlusszeiten fest. Nikon Z 7 + NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24 mm, 2,5 s, f/11, ISO 64 © Nigel Danson

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9. Weich fließendes Wasser durch Langzeitbelichtung

Wenn ihr Wasserfälle besucht, probiert eine Langzeitbelichtung aus, indem ihr eine langsamere Verschlusszeit auswählt, um die Bewegung des Wassers festzuhalten. Findet einen passenden Bildausschnitt und experimentiert mit unterschiedlichen Verschlusszeiten. Haltet den ISO-Wert niedrig. Wenn die Lichtverhältnisse zu hell für die gewünschte längere Verschlusszeit sind, reduziert ihr die einfallende Lichtmenge einfach mit einem ND-Filter. Die besten Ergebnisse erreicht ihr mit einem Stativ. Stellt den Selbstauslöser auf zwei Sekunden ein, damit das Bild nicht durch Verwacklungen, die beim Drücken des Auslösers entstehen, gestört wird. Alternativ könnt ihr mit einer Funkfernbedienung oder der SnapBridge-App von Nikon fernauslösen.

Geht bei der Nachbearbeitung behutsam vor – besonders, wenn ihr Nebel fotografiert habt. Ein sanfter Kontrast hilft, die Herbststimmung zu bewahren. Nikon Z 7 + NIKKOR Z 14-30mm f/4 S, 14 mm, 2,5 s, f/8, ISO 64 © Nigel Danson

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10. Einfache Nachbearbeitung

Übertreibt es nicht mit der Farbsättigung, da das Bild sonst schnell unrealistisch wirken kann. Nebel und Dunst mildern den Kontrast auf natürliche Weise. Sehr tiefe Schwarztöne würden diese natürliche Stimmung stören. Viele Einsteiger:innen erhöhen den Kontrast in der Nachbearbeitung, aber ich empfehle das nicht. Verschiebt stattdessen in Adobe Lightroom den Regler „Schwarz“ nach rechts, um die dunkelsten Töne aufzuhellen. Dadurch wirkt es weicher und eher wie gemalt.

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