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Wie Profis eine Sonnenfinsternis fotografieren

Angel Fux7 Minuten Lesezeit20 Juli 2026Nacht- und Astrofotografie
Nikon magazine - Solar eclipse

Dass sich Sonne, Mond und Erde exakt auf einer Linie befinden, ist kein alltägliches Ereignis – wenn es also doch einmal vorkommt, kann man sicher sein, dass Profis wie die Astrofotografin Angel Fux bereit sind …

Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel behandelt Aufnahmen von Sonnenfinsternissen, die von ausgebildeten Fachleuten gemacht wurden. Nikon rät dringend davon ab, die Sonne ohne entsprechende Schulung und geeignete, zertifizierte Schutzausrüstung zu fotografieren oder zu beobachten. Die Nichtbeachtung der Sicherheitsvorkehrungen kann zu dauerhaften Augenschäden und irreparablen Schäden an der Kameraausrüstung führen.Bitte beachtet, dass die hier genannten Geräte und Einstellungen lediglich als Beispiele dienen und unter euren individuellen Umständen keine Sicherheit garantieren.

Nikon übernimmt keine Haftung für Verletzungen, Augen- oder Geräteschäden, die durch unsachgemäße Beobachtung oder Fotografie der Sonne entstehen.

Für die Verwendung, die Leistung oder den Missbrauch von Zubehör, Filtern oder Ausrüstung, die von Dritten und nicht von Nikon stammen, übernimmt Nikon keine Haftung.

Am 12. August 2026 findet eines der seltensten Naturschauspiele überhaupt statt – wenn eine totale Sonnenfinsternis über Teilen Europas den Himmel verdunkelt. Im Kernschatten – dem zentralen Teil des Schattens, der entsteht, wenn der Mond direkt zwischen Erde und Sonne tritt – wird die Sonnenfinsternis in ihrer ganzen Pracht zu sehen sein. Diesmal beginnt die totale Sonnenfinsternis in der Nähe des Nordpols und verläuft in südwestlicher Richtung über Grönland, Island, einen kleinen Zipfel Portugals sowie Nord- und Ostspanien. Bei Sonnenuntergang verschwindet sie in Richtung der Balearen.

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Photographer & FilmmakerNacht- und Astrofotografie

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Spanien dürfte einer der wunderbarsten Orte sein, um die Sonnenfinsternis am 12. August 2026 zu erleben.

Nikon magazine - Solar eclipse

Spanien dürfte wohl einer der besten Orte sein, um dieses Ereignis zu erleben – das erste seiner Art, das seit 1999 vom europäischen Festland aus zu sehen ist. Die genauen Beobachtungsbedingungen werden allerdings vom jeweiligen Standort, vom Wetter und vor allem von der Sicht auf den Horizont abhängen. Noch spannender ist, dass die Sonnenfinsternis mit einem Spätsommer-Sonnenuntergang zusammenfällt. Die Sonne steht also tief am Himmel und professionelle Fotograf:innen mit freier Sicht nach Westen haben möglicherweise die Gelegenheit, den seltenen Diamantring-Effekt einzufangen. Dies geschieht am Rande der totalen Sonnenfinsternis, wenn die letzten Sonnenstrahlen vom zerklüfteten, unebenen Mondrand verschwinden und eine letzte helle Perle vor der dunklen Mondsilhouette sichtbar bleibt. Dadurch entsteht der Eindruck eines Diamantrings.

Das Phänomen des Diamantrings tritt ganz am Rande der totalen Sonnenfinsternis auf, wenn für einen winzigen Augenblick ein letzter Lichtpunkt zurückbleibt.

Nikon magazine - Solar eclipse

Während nur einige das Glück haben werden, sich direkt im Bereich des Kernschattens zu befinden, wird andernorts in weiten Teilen Europas, im Nordwesten Afrikas, in großen Teilen Kanadas sowie in einigen nördlichen Regionen der Vereinigten Staaten eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen sein. Im Vereinigten Königreich werden die Menschen im äußersten Südwesten einige der besten Aussichten genießen können: In Teilen von Cornwall werden rund 96 % der Sonne verdeckt sein, während Beobachtende in London etwa 91 % sehen werden. Die Sonnenfinsternis beginnt dort um 18:17 Uhr BST und endet kurz nach 20:00 Uhr. In Frankreich wird die Sonnenfinsternis in den Städten im Südwesten besonders eindrucksvoll zu sehen sein, mit einer fast vollständigen Verdunkelung in Biarritz. Paris erwartet eine Verdunkelung von etwa 92 %. In Deutschland wird die Bedeckung im Südwesten und Westen des Landes am höchsten sein, wobei in Freiburg rund 90 % und in Berlin knapp 85 % erreicht werden.

Die Astrofotografin und Filmemacherin Angel Fux hat sich darauf spezialisiert, Himmelsereignisse festzuhalten.

Angel Fux's images for Nikon magazine

So verlockend es auch erscheinen mag: Eine Sonnenfinsternis sollte man nicht einfach so fotografieren. Das ist nur Profis oder sehr erfahrenen Fotograf:innen zu empfehlen. Dazu sind spezielle Schutzausrüstung, sorgfältige Planung und ein klares Verständnis dafür erforderlich, wann es sicher ist, in die Sonne zu schauen – und wann nicht.

Die renommierte Schweizer Fotografin Angel Fux wird dieses seltene Naturschauspiel in seiner ganzen Pracht festhalten. Ihre Leidenschaft für die Fotografie des Nachthimmels hat dazu geführt, dass ihre Arbeiten bereits bei NASA APOD (Astronomy Picture of the Day), in BBC Science Focus, the Guardian und im Astronomy-Magazin erschienen sind.

Wir haben uns mit ihr unterhalten, um herauszufinden, was genau dazu gehört, ein solches Ereignis sicher festzuhalten – von den Vorbereitungen und der erforderlichen Schutzausrüstung bis hin zum bruchteilsekundengenauen Timing, wenn die totale Sonnenfinsternis eintritt …

Sicherheit geht vor

„Ohne den richtigen Schutz kann die Sonne dauerhafte Augenschäden verursachen, und kein Bild ist das wert. Deshalb trage ich während der partiellen Phasen immer eine zertifizierte Sonnenfinsternisbrille, wenn ich direkt in die Sonne schaue, und bringe während der partiellen Phasen an jedem Objektiv einen geeigneten Sonnenfilter an“, sagt Angel. „Der Filter wurde speziell für die Sonnenfotografie entwickelt und hat die Filterklasse ND100000. Erst im Moment der totalen Sonnenfinsternis nehme ich meine Brille und meine Filter ab. Ich untersuche die Kontaktzeiten vor der Sonnenfinsternis genau und weiß, wann ich die Filter entfernen kann und wann ich sie wieder anbringen muss.“

Die Sonnenfinsternis geht sehr schnell vorüber, weshalb professionelle Fotograf:innen schon vor ihrer Ankunft genau wissen, welches Bild sie machen möchten.

Nikon magazine - Solar eclipse
Warum jede Sekunde zählt

„Es gibt vier Momente während einer Sonnenfinsternis. C1: Die teilweise Sonnenfinsternis beginnt. C2: Die totale Sonnenfinsternis beginnt. C3: Die totale Sonnenfinsternis endet. C4: Die Sonnenfinsternis ist vorbei“, erklärt Angel. „Menschen, die eine totale Sonnenfinsternis miterlebt haben, beschreiben sie als eines der verwirrendsten und überwältigendsten Ereignisse, die sie je gesehen haben. Der Himmel verdunkelt sich, die hellsten Sterne und Planeten werden sichtbar, die Lufttemperatur sinkt und die Korona ist mit bloßem Auge zu erkennen. Diese Sonnenfinsternis wird weniger als zwei Minuten total sein, weshalb sie fotografisch besonders anspruchsvoll ist.

„Zum Zeitpunkt der totalen Sonnenfinsternis steht die Sonne nur 8° über dem Horizont und damit sehr tief. Die Korona, die Landschaft und das letzte Tageslicht werden alle im selben Bildausschnitt zu sehen sein. Es ist äußerst selten, dass man für eine solche Kombination zweimal im Leben gezielt planen kann. Noch bevor ich meine Kamera überhaupt in die Hand nehme, habe ich bereits entschieden, welches eine Bild ich unbedingt mit nach Hause bringen möchte. Dieses Bild wird dann zu meinem Anker und meinem Ziel. Die Sonnenfinsternis zieht schnell vorüber, das Adrenalin wird spürbar sein. Diese klare Priorität wird mir helfen, im entscheidenden Moment einen kühlen Kopf zu bewahren.“

Laut Angel ist ein Stativ für professionelle Foto- oder Filmaufnahmen einer Sonnenfinsternis unverzichtbar.

Nikon Z8 USDD Ambassador shoot series
Die Bedeutung einer zuverlässigen Ausrüstung

„Um die Sonnenfinsternis erfolgreich festzuhalten, kommt es wirklich darauf an, welche Ausrüstung ich im Vorfeld auswähle“, fährt Angel fort. „Ein Stativ ist zum Beispiel unverzichtbar, da jede Bewegung während einer Sequenz die Komposition in der Nachbearbeitung zunichte macht. Ich stelle sicher, dass alles fest verriegelt ist, und fasse es nicht mehr an.

„Mit einem Weitwinkelobjektiv lässt sich die Landschaft samt Schatten und Atmosphäre einfangen. Mit dem Teleobjektiv kommt man ganz nah heran: an die Korona, den Diamantring, die Details. Ich werde zwei Setups verwenden: das NIKKOR Z 400mm f/4.5 VR S für die Korona und das NIKKOR Z 14-24mm f/2.8 S für die Landschaft, beide in Kombination mit einer Z8.“

Da ihnen je nach gewünschtem Foto nur Minuten zur Verfügung stehen, muss man seine Technik sicher beherrschen.

Nikon magazine - Solar eclipse
Die Methode hinter dem Bild

„Bei dieser Sonnenfinsternis habe ich knapp zwei Stunden Zeit, wobei die totale Sonnenfinsternis nur 103 Sekunden dauert“, erklärt Angel. „Ich werde die Zeit zwischen C1 und C2 nutzen, um den Fokus zu überprüfen, die Belichtung zu kontrollieren und einfach kurz durchzuatmen. Ich werde meine Kamera so einstellen, dass sie die Teilphasen in Intervallen von fünf bis 15 Sekunden aufnimmt. Das hat sich für mich als sinnvoller Aufnahmerhythmus bewährt.

„Bei C2 nehme ich den Sonnenfilter vollständig ab, und während der totalen Sonnenfinsternis werde ich möglichst breite Belichtungsreihen aufnehmen. Um die Korona vollständig abzubilden, ist ein großer Belichtungsbereich erforderlich – vom innersten Ring bis hin zu den feinen äußeren Bereichen der Korona. Normalerweise verwende ich neun Blendenstufen, da keine einzelne Belichtung alles erfassen kann, und ich versuche, mit Belichtungszeiten von 1/8000 s bis zu einer ganzen Sekunde zu arbeiten.

„In den 30 Sekunden zwischen C2 und C3 schalte ich auf den Modus Continuous H (High-Speed-Serienaufnahme) um. Da sind der Diamantring, die Baily-Perlen (winzige, kurz vor und nach der totalen Sonnenfinsternis am zerklüfteten Mondrand funkelnde Sonnenlichtpunkte) und die ersten Protuberanzen (rosafarbenes Flimmern am Sonnenrand) zu erwarten. Diese Momente dauern nur wenige Sekunden. Deshalb ändere ich in dieser Phase keine Kameraeinstellungen mehr. Wenn bei C3 der zweite Diamantring erscheint, setze ich den Filter sofort wieder auf.“

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