Warum Profis das NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S II lieben

Der auf Innenräume von Kathedralen spezialisierte Kunstfotograf Peter Li bevorzugt Festbrennweiten. Nachdem er das NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S II getestet hat, verrät er, warum es sein neues Lieblingsobjektiv werden könnte.
In den letzten zwei Monaten hat das NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S II mich zu Firmenveranstaltungen, Architekturaufnahmen in Innenräumen und Nachtaufnahmen begleitet. Ich habe es sogar auf einen Kurztrip nach Amsterdam mitgenommen, wo es zu meinem wichtigsten Immer-dabei-Objektiv wurde.
Ich verwende die Nikon Z 8 mit der Z6III als Zweitkamera, und das Objektiv liegt an beiden Kameras gut ausbalanciert in der Hand. Die Autofokus-Leistung war bei Tageslicht hervorragend, doch am meisten beeindruckte mich die Zuverlässigkeit bei Nacht. Bei Verwendung von AF-C mit 3D-Tracking war die Fokussierung durchweg schnell und präzise.
Optisch liefert das Objektiv über den gesamten Brennweitenbereich hinweg eine hervorragende Leistung. Feine architektonische Details werden im Zentrum des Bildausschnitts mit beeindruckender Schärfe wiedergegeben, während die Ränder sehr gut kontrolliert bleiben.

Das steckt in der Kameratasche
Von links nach rechts 1: Das Aldwych Theatre, London. Nikon Z 8 + NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S II, 54 mm, 1/100 s, f/9, ISO 320, 2. Nelson Stairs im Somerset House, London. 24 mm, 1/2 s, f/7.1, ISO 400, 3. Cuypers Library, Rijksmuseum, Amsterdam. 24 mm, 1/8 s, f/8, ISO 160, 4. Straßen in Amsterdam. 24 mm, 1/10 s, f/8, ISO 125 © Peter Li
Ein neuer Ansatz
Abgesehen von der technischen Leistung und dem Komfort, mehrere Brennweiten abzudecken, war die größte Veränderung für meine Fotografie, die dieses Objektiv mit sich brachte, psychischer Natur. Es hat meine Herangehensweise an bestimmte Szenen auf subtile Weise verändert.
Zoomobjektive werden oft mit einer reaktiven Arbeitsweise in Verbindung gebracht, bei der die Brennweite schnell angepasst wird, um auf wechselnde Situationen zu reagieren. Interessanterweise habe ich hier genau das Gegenteil festgestellt. Die Vielseitigkeit des 24–70-mm-Brennweitenbereichs hat mich dazu angeregt, genauer über Bildausschnitt, Perspektive und das Zusammenspiel der verschiedenen Elemente innerhalb der Szene nachzudenken. In vielen Situationen hat mich das dazu gebracht, bewusster und proaktiver zu fotografieren.


Architektur und die Freiheit mit mehr Weitwinkel
Die Architekturfotografie spielt seit Langem eine zentrale Rolle in meiner Arbeit. Mit 24 mm ist dieses Objektiv weitwinklig genug für viele Innen- und Außenaufnahmen. Dabei bewahrt es eine natürliche Perspektive, bei der klare Linien und räumliche Ausgewogenheit wichtig sind.
Die Panoramafotografie ist seit sieben Jahren fester Bestandteil meiner Arbeit, insbesondere bei Aufnahmen von Kathedraleninnenräumen. Diese großzügigen Räume bieten kreative Möglichkeiten, Größe und Perspektive zur Geltung zu bringen. Wenn ich perspektivische Panoramabilder erstelle, bei denen vertikale Linien gerade bleiben müssen, greife ich oft eher zu einem 24-mm- oder 50-mm-Objektiv als zu einem Ultraweitwinkelobjektiv. Das Erweitern einer Szene durch das Zusammenfügen mehrerer Aufnahmen statt durch Zuschneiden eines mit einem sehr weitwinkligen Objektiv aufgenommenen Bildes ist für mich zur zweiten Natur geworden.


Nur ein kleines bisschen mehr
Wenn man mit leichtem Gepäck reist und die Ausrüstung auf ein Minimum beschränkt, gehören Ultraweitwinkelobjektive nicht immer zu den ersten Dingen, die man einpackt. Dennoch brauchen wir hin und wieder einfach ein bisschen mehr Weite. In solchen Momenten bietet die Aufnahme von zwei oder drei Bildern bei 24 mm eine flexible Lösung. Im Rijksmuseum blieb ich stehen, um die Kunstrestauratoren zu beobachten, die sorgfältig an einem Rembrandt-Gemälde arbeiteten. Zwei Bilder reichten aus, um eine breitere Komposition zu schaffen und gleichzeitig die natürliche Perspektive der Szene zu bewahren.


Von reaktiv zu proaktiv
Auch wenn Architektur zu einem Schwerpunkt meiner Fotografie geworden ist, entspringt die Neugier, die meine Arbeit antreibt, nach wie vor den Straßen. Wenn ich gerade keine Innenräume fotografiere, halte ich instinktiv nach interessanten Straßenszenen Ausschau.
Lichtstarke Festbrennweitenobjektive regen oft dazu an, mit geringer Tiefenschärfe zu fotografieren und Motive freizustellen. Bei f/2.8 verändert sich diese Dynamik. Mehr von der Szene bleibt im Fokus – das erfordert, den Bildausschnitt bewusster zu wählen und stärker darauf zu achten, was im Raum geschieht.
Da ich aus der Architekturfotografie komme, schätze ich diesen Ansatz sehr. Anstatt die Personen isoliert darzustellen, wird die Umgebung Teil der Geschichte. Das trägt dazu bei, Beziehungen zwischen den Menschen und den Räumen, durch die sie sich bewegen, aufzubauen. Was mich am meisten überrascht hat, war, dass die Verwendung eines Zoomobjektivs den Prozess nicht reaktiver machte. Stattdessen ermöglichte es mir, mehrere Bildausschnitte innerhalb derselben Szene zu planen.
Eines Nachmittags vor dem Rijksmuseum tauchte sanftes Wintersonnenlicht eine belebte Kreuzung in Licht. Radfahrer fuhren durch das Bild, während Fußgänger die Straße überquerten, wodurch sich verschiedene Ebenen von Aktivität ergaben. Da ich schnell zoomen konnte statt das Objektiv zu wechseln, war ich in der Lage, mich auf verschiedene mögliche Bildausschnitte vorzubereiten, während sich die Szene entfaltete. Der Autofokus mit AF-C und 3D-Tracking war schnell und zuverlässig, sodass ich mich ganz auf das richtige Timing und den Bildausschnitt konzentrieren konnte.
Von links nach rechts: 1. Nelson Stairs im Somerset House, London. Nikon Z 8 + NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S II, 24 mm, 1/2 s, f/7.1, ISO 400, 2: 28 mm, 1/5 s, f/7.1, ISO 400, 3: Straßen und Grachten von Amsterdam. 70 mm, 1/25 s, f/2.8, ISO 640, 4: Aldwych Theatre, London. 24 mm, 1/3 s, f/8, ISO 100, ©Peter Li, 5: Peter nutzt das hintere Display der Nikon Z 8, um seinen Bildausschnitt vom Londoner Aldwych Theatre zu wählen
Entschleunigen
Ich habe festgestellt, dass ich mit diesem Objektiv häufiger längere Belichtungszeiten nutze. Die Blaue Stunde eignet sich besonders dafür, ebenso wie Nachtaufnahmen mit Stativ. Diese Arbeitsweise fördert ein gemächlicheres Tempo. Eine subtile Bewegung innerhalb des Bildausschnitts vermittelt eine menschliche Präsenz, ohne dass Menschen zum Motiv werden. Stattdessen rückt die Beziehung zwischen Architektur, Bewegung und Atmosphäre in den Mittelpunkt.
Längere Belichtungszeiten ermöglichen es außerdem, die ISO-Werte bei schwachem Licht niedrig zu halten. In Situationen, in denen keine Zeit bleibt, ein Stativ aufzubauen, ist es mir gelegentlich gelungen, Belichtungszeiten von etwa 1/2, 1/10 oder 1/20 s aus der Hand zu halten. So konnte ich einen Hauch von Bewegungsunschärfe erzeugen und gleichzeitig Details in der Szene bewahren. Wenn möglich, arbeite ich jedoch nach wie vor lieber mit einem Stativ, um maximale Stabilität und eine sorgfältige Bildkomposition zu gewährleisten.


Bei jedem Wetter
Ich fotografiere auch gerne bei Nebel oder leichtem Nieselregen, da die Feuchtigkeit in der Luft für eine besondere Atmosphäre sorgt und das Licht weicher macht. Zwar hatte ich keine Gelegenheit, das Objektiv bei starkem Regen zu testen. Doch es ist beruhigend zu wissen, dass es wetterfest ist und über eine interne Zoomkonstruktion verfügt, sodass sich der Tubus nicht ausfährt. Dieses zusätzliche Selbstvertrauen ermöglicht es mir, mich besser auf die Szene vor mir zu konzentrieren.
Abschließende Gedanken
Das NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S II ist eine sehr willkommene Ergänzung für meine Ausrüstung. Es ist ein zuverlässiges Objektiv: Es fokussiert schnell, ist für seine Klasse relativ leicht und liefert unter unterschiedlichsten Lichtverhältnissen konstant gute Ergebnisse. In Kombination mit Kameras wie der Z8 und Z6III ist der Autofokus schnell und präzise, wodurch sich das Objektiv reaktionsschnell und mühelos handhaben lässt.
Im Laufe der Zeit hat sich meine Fotografie allmählich von extrem geringer Tiefenschärfe hin zu Bildern entwickelt, die mehr Tiefe und Kontext bieten. In diesem Sinne passt der 24–70-mm-Bereich ganz natürlich zu meiner aktuellen Art, zu fotografieren. Es fördert Bildkompositionen, in denen Motive und Umgebungen gemeinsam im Bild wirken.
Bei Zoomobjektiven ging es schon immer um die richtige Balance zwischen Gewicht, optischer Leistung und Flexibilität. Wer versteht, wie man mit diesen Kompromissen fotografiert, macht sich diese Vielseitigkeit als kreatives Werkzeug zunutze. So lassen sich Bildausschnitt, Perspektive und Tiefe präzise steuern, die Komposition Schritt für Schritt verfeinern und Interessensebenen aufbauen, bis alles an seinem Platz landet.
Obwohl das NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S II zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels eines der leichtesten Objektive seiner Klasse ist, liefert es eine hervorragende optische Leistung und bleibt im täglichen Einsatz reaktionsschnell und zuverlässig. Für mich trifft das genau die richtige Balance. Es ist ein technisch hervorragendes Objektiv, das zu einem sorgfältigen und durchdachten Bildausschnitt anregt – und mir hilft, Szenen zu gestalten, in denen Motiv, Raum und Licht harmonisch zusammenspielen.
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