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Einfache Beleuchtungs-Set-ups für Videoaufnahmen

Nikon Team4 Minuten Lesezeit21 Aug. 2026Innenaufnahmen
Nikon magazine - Video 101 with the ZR

Ob drinnen oder draußen – die Beleuchtung entscheidet darüber, wie eure Szene wirkt. Hier findet ihr einige einfache Setups für den Einstieg

Die Beleuchtung trägt entscheidend dazu bei, dass ein Video professionell wirkt. Eine gelungene Beleuchtung wertet eure Aufnahmen auf, schafft Atmosphäre, unterstützt eure visuelle Erzählung und hilft euch dabei, einen eigenen Stil zu entwickeln. Schlechte Beleuchtung hingegen kann alles ruinieren. Sobald ihr gelernt habt, wie ihr Licht steuert und gezielt einsetzt, könnt ihr eine Szene allein dadurch verändern, dass ihr die Position eines einfachen Reflektors anpasst. Im Folgenden beschäftigen wir uns mit einigen Grundlagen der Beleuchtung für Innen- und Außenaufnahmen.

Nikon magazine
Writer, Creative Director & Photographer

Das steckt in der Kameratasche

Bei diesem einfachen Drei-Punkt-Set-up seht ihr, wie zunächst das Hauptlicht, dann das Aufhelllicht und schließlich das Gegenlicht eingeschaltet wird.

Und so setzt ihr diese Beleuchtung mit der Nikon ZR um.

Drei-Punkt-Beleuchtung in Innenräumen

Eine einfache Dreipunktbeleuchtung ist der Ausgangspunkt für gute Innenaufnahmen. Wie der Name schon sagt, beleuchtet ihr das Motiv mit drei verschiedenen Lichtquellen aus unterschiedlichen Positionen – was insgesamt zu einem großartigen, professionell wirkenden Look führt. Mit Softboxen könnt ihr das Licht eurer Leuchten weicher machen und harte Schatten reduzieren. Experimentiert außerdem mit unterschiedlichen Positionen und Höhen, um mit jeder Lichtquelle die gewünschte Wirkung zu erzielen. Wenn eure Leuchten über eine einstellbare Farbtemperatur verfügen, achtet darauf, dass ihr alle auf denselben Wert einstellt. Etwa 5.600 K entsprechen typischem Tageslicht, während 3.200 K für eine deutlich wärmere Lichtstimmung sorgen. Denkt auch daran, den Weißabgleich eurer Kamera an die Lichtverhältnisse anzupassen. Ein deutlich falsch eingestellter Weißabgleich kann die Nachbearbeitung unnötig erschweren.

Eine einfache Drei-Punkt-Beleuchtung ist ein guter Ausgangspunkt für Interviews.

Nikon magazine - Video 101 with the ZR
Die drei Lichtquellen sind:

Hauptlicht

Das Hauptlicht ist auf euer Motiv gerichtet und in der Regel die stärkste Lichtquelle des Setups. Es wird häufig in einem Winkel von etwa 45° zur Kamera positioniert und sorgt so für Schatten und räumliche Tiefe. Wie der Name schon sagt, ist das Hauptlicht die wichtigste Lichtquelle eures Setups. Legt deshalb zuerst fest, wo ihr es positionieren möchtet.

Aufhelllicht

Das Aufhelllicht hellt die Schatten auf, die durch das Hauptlicht entstehen. Es wird in der Regel auf der gegenüberliegenden Seite des Hauptlichts positioniert und ist weniger intensiv. Mit einer eigenen Lichtquelle als Aufhelllicht habt ihr mehr Kontrolle. Ihr könnt dafür aber auch einen Reflektor verwenden, der das Licht des Hauptlichts auf das Motiv zurückwirft.

Gegenlicht

Das Gegenlicht, manchmal auch als Haarlicht bezeichnet, erzeugt einen Lichtsaum um das Motiv und hebt es so vom Hintergrund ab. Damit die Lichtquelle selbst nicht ins Bild gerät, wird sie in der Regel von hinten unterhalb oder oberhalb des Motivs positioniert und häufig oft auf den Nacken gerichtet.

Verwendet einen einfachen Reflektor, um das Sonnenlicht zu lenken, und nutzt ihn als Aufhelllicht.

Nikon magazine - Video 101 with the ZR
Filmen im Freien

In Innenräumen, insbesondere in einem Studio oder einem Raum mit Verdunkelungsrollos, könnt ihr alle Lichtquellen steuern. Draußen gibt es hingegen eine große Lichtquelle am Himmel – die Sonne! Je nachdem, wie ihr euer Motiv zur Sonne platziert, könnt ihr das Sonnenlicht allein als Haupt-, Aufhell- oder Gegenlicht nutzen. Und Sonnenlicht ist kostenlos!

Wenn ihr bei einem Porträt die Sonne als Hauptlichtquelle nutzt, ist das richtige Timing entscheidend. Vermeidet an wolkenlosen Tagen möglichst die Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten am Himmel steht. Dies kann zu sehr harten Schatten führen und eurem Motiv „Panda-Augen“ verleihen. Versucht stattdessen, wenn möglich, die Zeit vor und nach der stärksten Sonne zu nutzen – vor 11 Uhr und nach 16 Uhr – um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Wie beim Hauptlicht in Innenräumen solltet ihr das Gesicht eures Motivs nicht frontal zur Sonne ausrichten. Dreht es leicht zur Seite, damit das Licht Konturen und Schatten modelliert. Ihr könnt das Sonnenlicht außerdem weicher machen und harte Schatten reduzieren, indem ihr ein großes Stück Diffusorstoff zwischen Sonne und Motiv platziert.

Um die Sonne auch als Aufhelllicht zu nutzen, platziert einfach einen Reflektor auf der Schattenseite des Gesichts des Motivs. Dadurch wird das Sonnenlicht auf das Motiv reflektiert und die Schatten werden weichgezeichnet. Ihr könnt die Sonne auch als Gegenlicht nutzen und mit Reflektoren für Haupt- und/oder Aufhelllicht sorgen.

Zusätzliche Extras

Ob drinnen oder draußen – ihr könnt auch ganz andere Lichtquellen in das Bild einbeziehen: zum Beispiel Autoscheinwerfer, Lampen, Taschenlampen oder sogar Computerbildschirme. Solche sichtbaren Lichtquellen werden im Film als „Practical Lights“ oder kurz „Practicals“ bezeichnet. Sie sind Teil der Szene und dienen gleichzeitig als Lichtquelle, wodurch sie sehr wirkungsvoll eingesetzt werden können.

Los geht’s

Ein gutes Verständnis von Licht ist ein wichtiger Schritt, um eure Videoaufnahmen gezielt zu gestalten und weiterzuentwickeln. Mehr zu diesem Thema erfahrt ihr in unserem Artikel Ein Leitfaden für Licht, der sowohl für Fotos als auch für Videos nützlich ist. Wenn ihr noch tiefer eintauchen möchtet, zeigt euch Wie man mit Innenlicht fotografiert (plus Reflektoren, Blitzgeräte und Softboxen), was für ein umfangreicheres Beleuchtungs-Setup erforderlich ist. Wie immer gilt: Am meisten lernt ihr, wenn ihr selbst ausprobiert. Also schnappt euch eure Kamera und ein paar Lichter und fangt an zu filmen!

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